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Über Regeln und sportliche Fairness


„Die Änderung der Starterlaubnis zieht (…) eine Sperre von drei Monaten nach sich.“ So steht es in der Turnordnung des DTB. Das bedeutet, dass man bei einem Vereinswechsel erst drei Monate nach Antragstellung für seinen neuen Verein spielberechtigt ist. So weit, so gut. Regeln sind dazu da, dass man sich an sie hält.

In der Praxis wird diese gerade bei den kleineren Sportarten permanent unterlaufen. Im Sinne des Sports wird unbürokratisch auf die Einhaltung solcher Sperrfristen verzichtet. Es sind zahlreiche Fälle bekannt, in welchen die Ligaverantwortlichen wissentlich darüber hinwegsehen. Sogar auf der Passstelle in Bad Vilbel selbst wurden Spielberechtigungen mit dem Kommentar „das habe ich nicht gesehen“ vom ausstellenden Verband erteilt.

Zweier-Prellball, eine echte Randsportart. Noch nicht einmal deutschlandweit verbreitet, außerhalb Hessens nahezu vollkommen unbekannt. Ein sehr überschaubarer Kreis von aktiven Spielern, eine Sportart, die alleine durch ihre geringe Verbreitung dauerhaft um ihr Überleben kämpfen muss. Ein Paradebeispiel für oben genannte Handhabe. Vereinswechsel kommen hier zwar sicher nicht so häufig vor wie in anderen Bereichen, dennoch gibt es sie in jedem Jahr. Von der Existenz einer dreimonatigen Sperrfrist dürften die wenigsten Spieler Kenntnis haben. Es ist zweifelhaft, dass überhaupt alle verantwortlichen Ligaleiter von dieser Regelung wissen. In der Praxis ist eine solche Sperre noch nie vollzogen worden, obwohl sich kaum jemand an die dreimonatige Zwangspause gehalten hat.

Vor dieser Saison entschied sich der Landesfachwart und damit der „oberste Herr“ im Zweier-Prellball, Werner Fritzsche, von seinem langjährigen Stammverein aus Friedberg zum TVK zu wechseln. Dies war zum einen seinem Wohnort in der Nähe von Darmstadt und dem damit verbundenen kurzen Trainingsweg nach Kostheim, zum anderen aber auch der angenehmen Atmosphäre in unserem Training und der lustigen Truppe, die wir nun mal sind, geschuldet. Die Passänderung wurde beantragt, aber auch hier war schnell klar, dass bis zum ersten Spieltag im September die Wechselsperre noch nicht abgelaufen sein würde.

Obwohl wie bereits erwähnt, dies bislang nie eine Rolle gespielt hat, stellte sich Fritzsche vor Beginn der Runde vor alle teilnehmenden 18 Mannschaften und erklärte sich. Aufgrund seiner Verbands- und Vorbildfunktion wollte er diesen Sachverhalt nicht unter den Tisch kehren, wie es ansonsten die gängige Praxis darstellt. Auch auf Nachfrage hatte wie erwartet keiner der anwesenden Sportler ein Problem damit. Mit 8:8 Punkten und damit weder ein Kandidat für Auf- oder Abstieg und im sportlichen Niemandsland platziert endete der erste Spieltag.

Drei Tage später dann der unerwartete Hammer. Schriftlich ging beim Ligaleiter Frank Mederich ein Protest gegen die Teilnahme unseres Spielers ein. Aufgrund der geltenden Regeln blieb dem Ligaleiter keine andere Wahl als alle Partien mit 0:10 Punkten und 0:2 Punkten verloren zu werten. Ein einmaliger noch die dagewesener Vorgang, der ligaübergreifend heftiges Kopfschütteln und Unverständnis hervorgerufen hat. Die Kommentare von Spielern anderer Vereine, als ihnen das zu Ohren kam, waren eindeutig. „Wer auch immer das gemacht hat soll mit Prellball aufhören.“ „Derjenige sollte sich schämen.“ „Das macht unseren Sport kaputt.“ Und das waren noch die neutraleren Beiträge, die wir auf den folgenden Turnieren und Meisterschaftsspielen zu hören bekamen.

Nach wie vor gilt: Regeln sind dazu da, dass man sich an sie hält. Die Umstände hier sind jedoch äußerst fragwürdig. Diese Aktion hat die kleine familiäre Gemeinschaft, die der Zweier-Prellball darstellt, belastet und schädigt einen Sport, bei dem man sich über jeden einzelnen Teilnehmer freuen sollte. Ob hier jemand ein Exempel statuieren wollte, einfach nur kleinlich ist oder ob eine persönliche Animosität vorliegt, bleibt unklar, da uns nicht bekannt ist wer hier Beschwerde eingelegt hat. Sportliche Fairness sieht in jedem Falle anders aus.
Wer auch immer diesen Einspruch erhoben hat, hätte zumindest den Mut haben können und sich vor Beginn des Spieltags erklären können. So bleibt der fade Beigeschmack des unnötigen feigen Nachtretens.

 



13.11.2015 - Martin Rudolf


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